Der Schokolade auf der Spur

Faire Wochen mit der Volksschule: Südwind-Workshop zur Kakao-Lieferkette in Otterthal 

07.05.2025 – Wer zum Muttertag Schoko-Pralinen verschenkt hat, sollte genau darauf achten, woher der Kakao in der Schokolade kommt. So wie die Volksschulkinder in Otterthal, die mit dem entwicklungspolitischen Verein Südwind „der Schokolade auf der Spur“ waren, um herauszufinden, ob und wie Schokolade fair sein kann.  

Schokolade ist für uns zum alltäglichen Produkt geworden. Rund 8,5 kg Schokolade werden pro Kopf in Österreich jedes Jahr konsumiert. Europa und die USA beanspruchen 75 % des weltweiten Kakaokonsums für sich. Doch dort wo der Kakao herkommt, wird Schokolade nur selten genascht. Im Südwind-Workshop, der in Kooperation mit der Gemeinde stattfand, besprachen die Schüler:innen mit Referentin Ulrike Dziurzynski die Lieferkette sowie den Anbau- und Herstellungsprozess des Kakaos. Was ist Kakaobutter und wie sieht eine Kakaofrucht eigentlich aus? Warum wächst Kakao nicht in Österreich und welche Auswirkungen hat das sich verändernde Klima auf die Kakao-Bäuer:innen im Globalen Süden? 

Millionen von Kleinbäuer:innen produzieren Kakao unter unwürdigen Arbeitsbedingungen. Der Großteil der Kakaobohnen, die österreichische Betriebe einkaufen, stammt aus Ghana und der Elfenbeinküste. In beiden Ländern stellen Kinder- und Zwangsarbeit große Probleme dar, ebenso wie extrem niedrige Einkommen für Kakaobäuer:innen. Nur 6,6 % des Verkaufspreises einer Schokoladentafel verbleiben bei den produzierenden Kleinbäuer:innen. Denn obwohl die Kakaopreise letztes Jahr empfindlich stiegen, müssen die Bäuer:innen Ausfälle aufgrund von Pflanzenkrankheiten und den Folgen der Klimakrise beklagen. FAIRTRADE schreibt von einem 30-prozentigen Rückgang der Ernte in den beiden wichtigsten Kakaoanbauländern Ghana und Elfenbeinküste. Ein sozial-fairer und nachhaltiger Kakaoanbau sichert so nicht nur das menschenwürdige Auskommen der Kakaobäuer:innen und -arbeiter:innen, sondern auch die weltweite Nachfrage.

Was können wir tun?
Gütesiegel geben Orientierung, den Einkauf fairer zu gestalten und gerechtere Arbeitsbedingungen zu fördern. Die Kinder lernten im Südwind-Workshop über den Fairen Handel, der auf ökologisch und sozial nachhaltige sowie transparente Handels- und Verarbeitungswege setzt. Der Faire Handel fördert langfristige Partnerschaften mit den Kleinbäuer:innen und macht die Menschen entlang der Lieferketten sichtbar. Im Workshop stellten die Kinder selbst Schoko-Pralinen mit fair gehandeltem Kakaopulver aus dem Weltladen her. Die Verteilung des Gewinns einer Schokoladentafel fanden die Kinder unfair. Wer so viel Arbeit hat, soll auch genug dabei verdienen, war die einstimmige Meinung der Schüler:innen. Auch Schokolade muss fair sein! - So auch das Motto der Fairen Wochen von Südwind, die noch bis Ende Mai in ganz Niederösterreich zu Veranstaltungen einladen.

Nähere Informationen:

Südwind Niederösterreich

Bahngasse 46, 2700 Wiener Neustadt

02622/24832, noe@suedwind.at

www.suedwind.at/niederoesterreich

 

Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit über 45 Jahren für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit, engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt. www.suedwind.at/niederoesterreich

 

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